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PAPIER RAUM: Sinn für Material // Material für die Sinne

Ein gestalteter RAUM, der gegenständlich ist und durch Haptik und sensorische Wahrnehmung erfahrbar ist, geht weit über eine digitalisierte und visualisierte Vermittlung durch Bildmedien hinaus. Die Wahl von Materialien prägt gestalterische Entwürfe, sie entscheidet über konstruktive Optionen, die Ästhetik von Oberflächen, sie hat Bedeutung für seine ökologischen, funktionalen und atmosphärischen Eigenschaften.

Die Auszubildenden der Peter-Behrens-Schule zur BuchbinderIn und MedientechnologIn "Druckverarbeitung" des zweiten und dritten Ausbildungsjahres
haben PAPIER als einen solchen Werkstoff innerhalb eines Projektes begriffen. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler dabei von der Darmstädter Künstlerin Monika Arndt und unterstützt von der Bürgerstiftung Darmstadt.

Der Entstehungsprozess von PAPIER spielte zu Beginn des Projektes eine zentrale Rolle. Die Lernenden stellten auf traditionelle Weise PAPIER mit eigenem Wasserzeichen her: mit Schöpfsieben, Faserbrei und Wasser. Durch Verwendung von unterschiedlichen Rohstoffen (Jeans, Kozo und Zellulose) erfuhren sie, wie unterschiedliche Texturen, Strukturen, Abdrücke und Einschlüsse im PAPIER entstehen.

Die Faltung von PAPIER vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale bildete einen weiteren   Schwerpunkt. Auch der entstehende Abfall im   Buchbinderprozess, der Beschnitt wurde durch Falzen, Verbinden, cut outs und Überlappungen wiederverwertet. Diese Verbindungen haben die Schülerinnen und Schüler zu großen Wänden zusammengefügt, so dass daraus ein PAPIERRAUM entstande

Dieser PAPIERRAUM verbindet die gewonnenen Erfahrungen, Techniken und Ergebnisse. So entstand aus dem Zusammenspiel von unterschiedlichen PAPIEREN und deren Weiterverarbeitung ein einzigartiger temporärer  RAUM, dessen Form erst im Prozess sichtbar wurde: Ein RAUM, in welchem PAPIER mit allen Sinnen erfahrbar wird.

Losgelöst von den tradierten Vorstellungen, soll der Sinn auf die unterschiedlichen Eigenschaften, Einsatzmöglichkeiten und Ausgangsmaterialien
von PAPIER gelenkt werden. Sensibilität und ein tiefes Verständnis für einen Werkstoff wird vermittelt, der die Auszubildenden im Bereich der Buchbinderei und Druckweiterverarbeitung täglich umgibt.

Alle Sinne wurden auch bei der Präsentation des PAPIERRAUMES am 13.02.2019 angesprochen. Begleitet von Klängen, die bei der Papierherstellung entstanden sind, hatten die Besucher die Möglichkeiten, die Rohstoffe der Papierherstellung zu befühlen und selbst mit Faltungen vom Zweidimensionalen zum Dreidimensionalen zu experimentieren.