Im Licht des Weltkulturerbes – die Peter-Behrens-Schule in Darmstadt.

Die Peter-Behrens-Schule (PBS) in Darmstadt hat einen besonderen Namensgeber: Den „Alleskönner &  Alles-Gestalter“ Peter Behrens.

Mit Aufnahme der Mathildenhöhe als Weltkulturerbe rückt auch der Namensgeber der Peter-Behrens-Schule mit seinem Wirken wieder stärker ins Bewusstsein der Allgemeinheit bis in den Fokus von internationalem Interesse.

Peter Behrens, geboren 14.04.1868 in Hamburg, verstorben 27.02.1940 in Berlin, war ein Multitalent der Kunst, Architektur und Mediengestaltung auf geniale Weise verknüpfte. Diese Fähigkeiten bewies Behrens, als er 1899 noch als Maler und Kunstgewerbler, vom Darmstädter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, mit sechs weiteren jungen Künstlern aus verschiedenen Bereichen nach Darmstadt berufen wurde, um hier eine Künstlerkolonie zu gründen.  

Bereits knapp ein Jahr später, 1900, beteiligte sich Behrens zusammen mit der Darmstädter Künstlergruppe an der Pariser Weltausstellung. Bis dahin Maler und Künstler, ging er dort neue Wege und ließ sich nicht durch bestehende Formen einengen.

Er beschäftigte sich autodidaktisch mit Architektur und hatte die Vision, ein Haus zu bauen, in dem alles inklusive des gesamten Interieurs von Möbeln bis hin zum Geschirr nach seinen Ideen individuell gestaltet und eingerichtet war. Bei der Eröffnung der Künstlerkolonie 1901 auf der Darmstädter Mathildenhöhe war das Haus Behrens, das als Gesamtkunstwerk angelegt und bis ins kleinste Detail durchgestaltet war, die Sensation und machte ihn mit einem Schlag international bekannt. Die künstlerische Ausstrahlungskraft auf der Mathildenhöhe wurde in den folgenden Jahren sehr bedeutend.

Später erlangte auch das von ihm geführte Architekturbüro besondere Bedeutung, weil er dort einige später berühmt gewordene Architekten wie z.B. Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und LeCorbusier fast gleichzeitig beschäftigte. In rasantem Tempo entwickelte sich Behrens vom Maler, Grafiker zum Kunstgewerbler, Schriftgestalter und Architekten.

Er war ein Visionär, der seine Ideen in multiplexer Weise umsetzte und Dinge künstlerisch wertvoll und gleichzeitig praktisch und funktional gestaltete. Mit diesem Anspruch betätigte er sich bei der Firma AEG, im Design von Haushaltsgeräten und gilt als Pionier des Industriedesigns. Durch eindeutige Merkmale auf den Geräten gelang es, dass die Konsumenten sich mit den hochwertigen Produkten identifizieren konnten. Bei der AEG gestaltete er vom Logo über die Produkte bis hin zu den Fabrikbauten, alles in einem einheitlichen Stil. Er gilt als Erfinder des Corporate Design, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab.

Als Designer und Schriftgestalter entwickelte er Logos und Schriften u. a. die Behrens Antiqua. An seine „Behrens-Schrift“ angelehnt, entwarf er den Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude.

Peter Behrens ist schwer einer bestimmten Richtung zuzuordnen. Sein Leben lang beschäftigte er sich damit Dingen Schönheit zu verleihen, in immer wieder neuen Bereichen. Er war ein sprichwörtlicher Alleskönner: Architekt, Maler, Designer und Typograf.

Die Peter-Behrens-Schule heute: Vielseitig & kreativ

Peter Behrens war so vielfältig wie der Lehrstoff an der Peter-Behrens-Schule. Deshalb passt sein Name so gut zu unserer Schule, zumal er selbst als Dozent lehrte. Würde er heute sein Haus bauen wollen, so könnte die PBS ihn in vielen Bereichen unterstützen, um seine Visionen wahr werden zu lassen.

Die PBS ist eine große selbständige berufliche Schule mit ca. 2000 Schüler*innen sowie Auszubildenden in 35 Ausbildungsberufen, die  in fünf Abteilungen und sieben Schulformen, sich auf zwei feste Schulstandorte verteilen und von ca. 100 Lehrer*innen ausgebildet werden.

Die Abteilungen Bau- und Holztechnik, Drucktechnik und Mediengestaltung/Farbtechnik und Raumgestaltung sowie Ernährung und Hauswirtschaft befinden sich im Hauptgebäude der Peter-Behrens-Schule in der Mornewegstraße 18.
Die Abteilung IV Chemie, Physik und Biologie wird im Schulgebäude an der Außenstelle der Peter-Behrens-Schule in der Martin-Buber-Straße 32 unterrichtet.
 
Die Abteilung V Vollzeitformen besteht aus den Schulformen: Schulversuch „Berufsfachschule im Übergang zur Ausbildung (BÜA“) und der Fachoberschule (FOS) in Form A und B mit den Fachrichtungen Technik, Schwerpunkt Bautechnik und der Fachrichtung Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Ernährung u. Hauswirtschaft sowie der Fachrichtung Gestaltung. Die Klassen dieser beiden Schulformen werden an beiden Standorten beschult.  
 
Außerdem ist es möglich, an der Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe (Hotelfachschule) die Ausbildung mit Abschluss zum „Staatlich geprüften Betriebswirt, Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe“ zu erzielen.

Unsere Stärke ist ein breites, vielfach aufeinander aufbauendes Bildungsangebot in unterschiedlichen Berufsfeldern. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Verknüpfung von praktischen und theoretischen Lerninhalten.

Das Leitbild der PBS - Peter Behrens: Unser Ansporn & Anspruch

Inspiriert von seinen Idealen und Ideen steht die PBS für Vielseitigkeit, Offenheit, Kreativität und Innovation. So ist die PBS offen für internationale Begegnungen z.B. in Frankreich. Im Zentrum unseres Handelns steht der Mensch mit seinen Potenzialen und Möglichkeiten. „PBS“ steht für Persönlichkeit durch Bildung Stärken.

Wenn unsere Schule seinen Namen trägt, dann nicht nur, weil in ihr Berufe unterrichtet werden, für die er gewirkt hat. Auch das Vorbild seines Lebens ist Ansporn. Man kann am Beispiel der Person Peter Behrens sehen, wenn man eine Vision hat, die man unbedingt leben und umsetzen möchte, dass fast alles möglich ist. Dies könnte auch ein Ansporn an die Schüler*innen der Peter-Behrens-Schule sein, um ihren beruflichen Weg zu finden.

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